Bedingungsloses Grundeinkommen
Was würden Sie arbeiten, wenn für ihr Einkommen gesorgt wäre? Auf diese Frage und die Initiative Grundeinkommen bin ich schon vor über einem Jahr im Internet aufmerksam geworden. Seither nehme ich mir immer mal wieder vor, die vielen Beiträge und Filme zu diesem Thema zu studieren. Das zurückliegende Jahr war bei mir durch intensives Arbeiten geprägt. Zeit für Kreatives oder zur Fortbildung bleibt mir leider oft nicht genug. So blieben auch die Recherchen zum Thema Grundeinkommen zunächst ganz am Ende meiner To-Do-Liste hängen.
Zumindest hatte ich aber das Buch von Götz W. Werner „Ein Grund für die Zukunft: das Grundeinkommen“ gelesen. Vieles darin erscheint mir plausibel und nachdenkenswert. Mein Interesse am Thema ist groß, Zweifel und Fragen gehen mir durch den Kopf, die Idee an sich begeistert. Umso gespannter war ich auf eine Diskussionsrunde im Fernsehen, zu der auch Götz W. Werner eingeladen war. Wieso gelingt es denn in solch einer Diskussionsrunde bei Maybrit Illner vom 3.5.2007 nicht, Informationen zum Grundeinkommen zu vermitteln, vorhandene Strukturen in Frage zu stellen, neue Denkansätze zuzulassen und einander zuzuhören? Stattdessen wurden sehr einseitig Meinungen gegen ein bedingungsloses Grundeinkommen präsentiert und Götz W. Werner kam kaum zu Worte. Wer sich nicht vorab selbst informiert hatte, bekam hier auch keine Chance dazu.
Seit über 15 Jahren arbeite ich vorwiegend projektbezogen. Mal in befristeten Festanstellungen, mal selbstständig, mitunter beides zugleich. Dazwischen gab und wird es immer wieder Phasen ohne bezahlte Arbeit geben. Denke ich an manche Festanstellung zurück, so erinnere ich mich an sinnlose Bedingungen (Anwesenheitslisten sind wichtiger als Arbeitsergebnisse, Home-Office stört die Abläufe, Eigeninitiative wird im Vorstellungsgespräch abgefragt, ist später jedoch nicht erwünscht usw.) verbunden mit unterdurchschnittlichem Jahreseinkommen. Vollbeschäftigung für alle mit angemessener Bezahlung und sinnstiftender Tätigkeit wird es im bestehenden System nicht geben.
Das alte System ist längst überholt. Angestellte verharren in frustrierenden Jobs, werden krank oder gehen in die „innere Kündigung“, die hohe Arbeitslosigkeit und Hatz IV werden als Druckmittel benutzt. Wer eben nicht jeden beliebigen Job annehmen will, sondern nach sinnstiftender Tätigkeit sucht, wird reglementiert, diskriminiert. Warum also sollte man nicht über Alternativen, wie ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle nachdenken?
Gemeinsam diskutieren, heißt eben auch, dem anderen zuzuhören, Zweifel und Fragen zu formulieren, sich zu irren, zu korrigieren, das eigene Gedankengebilde zu verlassen und alle möglichen gedanklichen Abenteuer zu wagen.
Nichts davon geschah in der Diskussionsrunde bei Maybrit Illner.
Daher möchte ich einen Punkt aus dem offenen Brief von Wilfried Heidt an Maybrit Illner aufgreifen, in dem es heißt: „Laden Sie Götz Werner zu einer Sendung ein und führen Sie mit ihm allein ein - sagen wir halbstündiges - Gespräch über seinen Vorschlag.“
Einen sehr interessanten Beitrag zum Thema Grundeinkommen fand ich Im Blog vogelfrei: Diskussion Grundeinkommen, wie auch weitere hilfreiche Links.
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Mai 18th, 2007 at 7:49 pm
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