Wie bin ich zum Bloggen gekommen?

Ein Blog-Projekt von probloggerworld.de.
via Bernd von imalltagleben.de

Seit gut 7 Jahren bin ich aktiv im Internet unterwegs. Vor einigen Jahren hatte ich mein erstes Forum eingerichtet; Spam und Trolle haben dieses Experiment aber bald einschlafen lassen.

Zeitgleich mit meinem diesjährigen Besuch bei der Republica habe ich ein WordPress-Blog installiert und erst kürzlich hier über meine Freude am Bloggen geschrieben. Zunächst hatte mich an WordPress die technische Seite interessiert. Ich war begeistert, wie schnell alles klappte. Einige ältere Artikel aus meiner früheren Website hatte ich inzwischen übernommen und dann begann auch schon der Spaß daran, eigene neue Inhalte einzustellen und Plattformen, wie Technorati und Flickr auszuprobieren.

Das Internet ist für mich eine riesige Bibliothek, die ich jederzeit von Wohnung, Garten oder Internetcafé aus “betreten” kann. Wenn ich will, kann ich jeder Idee sofort nachgehen. Es ist eine “lebendige”, sich selbst immer wieder neu organisierende Datenbank, mit deren Hilfe Gleichgesinnte einander schneller finden.

Und nichts hindert uns an einem Treffen auch im “wirklichen Leben” oder mindestens einem Telefonat. Ich behaupte: Internet verbindet Menschen, wenn wir es wollen.

Aus der Faszination, die das Medium “Internet” auf mich ausübt, verbunden mit den sich rasch weiter entwickelnden technischen Möglichkeiten (in wenigen Minuten ist so ein Blog installiert) ist mein Interesse am Bloggen entstanden. Es ist das Spannungsfeld zwischen Struktur (Quellcode), Kreativität und Interaktion (Trackback,Feed), die mich am Bloggen reizt.

Web 2.0 und Social-Software werden meist mit den schier unendlichen Möglichkeiten in Verbindung gebracht, die sich durch die technischen Entwicklungen im Internet für Marketing, User, Produktmitgestaltung durch die Konsumenten, File-Exchange usw. ergeben. Mich interessiert dieser konsumorientierte Ansatz eher weniger.

Mehr interessiert mich die Frage: Gibt es Projekte, in denen Social-Web auf Soziales Engagement trifft? Lassen sich die Vorzüge von Wiki, Blog und kollaborativem Web mit sozialen Projekten verknüpfen?

Dabei meine ich sozial im Sinne von “die Fähigkeit einer Person, sich für andere zu interessieren, sich einfühlen zu können, das Wohl anderer im Auge zu haben, bzw. führsorglich an die Allgemeinheit zu denken.” (Wikipedia)

Es gibt Projekte, bei denen Programmierer, die in dem Moment, als ihre Projekte drohten, nicht mehr weitergeführt werden zu können, über das Internet zu einer Spendenaktion aufgerufen haben und dadurch in kürzester Zeit und ohne bürokratischen Aufwand (Verein oder Organisation gründen) die notwendige finanzielle Unterstützung bekommen haben und somit das Projekt gerettet werden konnte. (siehe Blender, Street Performer Protocol)

Gibt es ähnliche Projekte verknüpft mit sozialem Engagement? Kennt Ihr welche? Vielleicht finde ich hier weitere Ideen und Anregungen. Ich würde mich sehr freuen.

43 Gedanken zu „Wie bin ich zum Bloggen gekommen?

  1. zum Bloggen kam ich gleich als web2.0 ein Begriff wurde – auch aus beruflichen Gründen.

    ich hatte tatsächlich auch schon ganz ähnliche Gedanken, was das Thema”Social Network für chronisch Kranke” angeht. Ich bin recht sicher, dass ein solches Konzept funktionieren könnte, v.a., wenn man die demographische Entwicklung betrachtet.

    Von den Technologien her sollten natürlich die bekannten web 2.0-Techniken genutzt werden. Die Technologien sind m.E. dabei aber das kleinere Problem. Wichtig ist es vor allem, die geeigneten Kooperationspartner zu finden, die nah genug am Thema dran sind. Also außer von den von einer Erkrankung Betroffenen selbst ,muss ein solches Netzwerk von Kliniken/Ärzten/sozialen Institutionen/Behörden mitgetragen werden. Diese müssen auch was haben von ihrem Engagement. Was könnte deren Mehrwert sein, den sie daraus ziehen? Das müsste man sich überlegen. Allein hier steckt eine Menge an Arbeit drin. (Ideenfindung/Recherche/Informationsmangement/Kontakte schaffen und erhalten/Marketing/Aquise…)

    Hat man zumindest die wichtigsten Partner gewonnen, muss das Projekt in kurzer Zeit mit einem größeren Aufwand bekannt gemacht werden. Spätestens hier verlässt viele der Mut und das Projekt verläuft im Sande. Ich denke, da muss man cross-over, also via Internet/TV-Radio/Printmedien mit durchdachtem Konzept und mit einer ausgefallenen Marketing-Idee das Terrain erobern und anschließend auch mit mit den Inhalten der website am Ball bleiben.

    Ich habe den Gedanken daran,nur deshalb erst mal wieder fallen gelassen, weil mir schnell klar wurde, dass so ein Projekt nicht so einfach mit 2-3 guten Leuten zu stemmen ist. Man bräuchte dazu eine Community und vor allem geeignete Koordinatoren – sprich genügend Leute mit einem langen Atem. – Das ist hier aber jetzt nur mal so “in die Tüte gesprochen”, mehr nicht.

    Meine Vision für die Zukunft wäre, diese Plattform mit den Diensten geeigneter Anbieter aus der web 1.0/2.0-Welt zu verbinden. (Google, WIKI, Stadtportale bzw. qype.com/, netvibes, u.a.) Man stelle sich vor, was dann z.B. aus manch einem simplen Forum für Kranke werden könnte.

    Finanziell sind da einige Mittel notwendig. Das ginge z.T. mit Spenden – aber auch nicht ohne eine Menge an freiwilligen Leistungen v.a in der Startphase von allen Beteiligten.

    (Der Grund, warum ich mich damit überhaupt beschäftige liegt darin, dass ich selbst von Geburt an in orthopädischer Hinsicht chronisch krank bin, ich dadurch auch viel mit dem med. /soz. Umfeld zu tun hatte. Außerdem war ich 10 Jahre in einem med. Beruf tätig, bevor ich in der IT-Welt Fuß gefasst habe.)

    Man müsste da jetzt auch schnell und effektiv sein, sonst sind das andere.

    Grüße v. Astrid

  2. Danke für Deinen Beitrag!

    “Und nichts hindert uns an einem Treffen auch im “wirklichen Leben” oder mindestens einem Telefonat. Ich behaupte: Internet verbindet Menschen, wenn wir es wollen.”

    Ich sehe das genauso. Das Internet ist ein Mittel zum Zweck, um noch mehr Menschen kennenlernen zu können und sich auszutauschen. Man muß nur offen sein und die Möglichkeiten entdecken und nutzen.

    Viele Grüße,

    René

  3. Social Web meets Sozial Action. Ein Beispiel wäre vielleicht:
    http://www.kununu.com
    Dort können Arbeitnehmer anonym Arbeitgeber bewerten. Die soziale Komponente im Sinne von “für Andere das sein”, sehe ich darin, dass, immer unter der Voraussetzung dass hier nicht gefaket wird, doch ein offener Blick hinter die Fassaden von Firmen möglich ist.

  4. @Astrid,

    vielen Dank für Deinen ausführlichen Beitrag.

    “Ich habe den Gedanken daran,nur deshalb erst mal wieder fallen gelassen, weil mir schnell klar wurde, dass so ein Projekt nicht so einfach mit 2-3 guten Leuten zu stemmen ist. Man bräuchte dazu eine Community und vor allem geeignete Koordinatoren – sprich genügend Leute mit einem langen Atem.”

    Vielleicht kann man zunächst die Website erstellen und damit erstmal den technischen Rahmen für das Projekt vorgeben. Vielleicht lässt sich solch ein Projket auf freiwilliger Basis (einige ProgrammiererInnen, GrafikerInnen und Marketingleute aus meinem Umfeld könnten sich eine Beteiligung vorstellen) ins Leben rufen? Anschließend könnte man versuchen, eine Förderung zu bekommen.

    Die Kampagne “Die Gesellschafter” stellt z.Zt. Gelder für gemeinnützige Projekte bereit.

    http://diegesellschafter.de/aktion/foerderprogramm/index.php

    Allerdings erhalten Einzelpersonen keine Förderung, sondern nur “Freie gemeinnützige Organisationen aus dem sozialen Bereich mit Sitz in Deutschland”.

    Nicht ganz klar ist mir, in wie weit Menschen mit chronischen Erkrankungen auch bereit sein könnten, über Ihr Leben mit der Erkrankung im Internet zu berichten. Bisher geschieht das (aus gutem Grund) meist in geschlossenen Foren. Eine sehr große Plattform für den Austausch Betroffener bietet z.B. der DCCV: http://www.dccv.de

  5. In den letzten Tagen konnte ich einige Kontakte zu Menschen aus unterschiedlichen Gegenden Deutschlands und über div. Internetplattformen herstellen, die sich, ebenso wie ich, mit dem Thema beschäftigen, wie man Social Networking mit sozialem Engagement verbinden kann.

    Weitere interessante Links zum Thema möchte ich hier einfach mal archivieren:

    http://www.imedo.de
    http://www.selbsthilfe-online.de

  6. Pingback: Darum! « Mi & We
  7. Ich denke schon, dass Bloggen verbindet (und wir sind bald dabei) und man sieht es ja auch bei den vielen kleinen Treffen und Stammtischen immer wieder – man kennt sich eben auch schon offline!

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