Alltagsphilosophie: Was ist wichtig im Leben und wie finde ich das heraus?
Da kann man sich noch so sehr mit Zeitmanagement, Optimierung und div. Glücks- und Lebens-Ratgebern beschäftigen (und damit viel Zeit verschwenden), am Ende ist alles ganz simpel.
Die folgende kleine Geschichte erreichte mich neulich erst wieder über den Newsletter von djembe-art.de. Sie bündelt in wenigen Sätzen das Wissen aus mehreren Studiengängen.
Daher möchte ich diese Geschichte direkt aus meiner Blognische gleich wieder hinaus in die weite Web-Welt streuen:
Ein Professor stand vor seiner Philosophie-Klasse und hatte einige Gegenstände vor sich. Als der Unterricht beginnt, nahm er wortlos einen sehr grossen Blumentopf und begann diesen mit Golfbällen zu füllen. Er fragte die Studenten, ob der Topf nun voll sei.
Sie bejahten es.
Dann nahm der Professor ein Behältnis mit kleinen Kieselsteinen und schüttete diese in den Topf. Er bewegte den Topf sachte und die Kieselsteine rollten in die Leerräume zwischen den Golfbällen. Dann fragte er die Studenten wiederum, ob der Topf nun voll sei.
Sie stimmten zu.
Der Professor nahm als Nächstes eine Dose mit Sand und schüttete diesen in den Topf. Natürlich füllte der Sand den kleinsten verbliebenen Freiraum. Er fragte wiederum, ob der Topf nun voll sei.
Die Studenten antworteten einstimmig “ja”.
Da holte der Professor zwei Dosen Bier unter dem Tisch hervor und schüttete den ganzen Inhalt in den Topf und füllte somit den letzten Raum zwischen den Sandkörnern aus.
Die Studenten lachten.
“Nun”, sagte der Professor, als das Lachen langsam nachliess, “ich möchte, dass Sie diesen Topf als die Repräsentation Ihres Lebens ansehen. Die Golfbälle sind die wichtigen Dinge in Ihrem Leben: Ihre Familie, Ihre Kinder, Ihre Gesundheit, Ihre Freunde, die bevorzugten, ja leidenschaftlichen Aspekte Ihres Lebens, welche, falls in Ihrem Leben alles verloren ginge und nur noch diese verbleiben würden, Ihr Leben trotzdem noch ausgefüllt wäre.”
“Die Kieselsteine symbolisieren die anderen Dinge im Leben wie Ihre Arbeit, Ihr Haus, Ihr Auto. Der Sand ist alles andere, die Kleinigkeiten. Falls Sie den Sand zuerst in den Topf geben”, fuhr der Professor fort, “hat es weder Platz für die Kieselsteine noch für die Golfbälle. Dasselbe gilt für Ihr Leben. Wenn Sie all Ihre Zeit und Energie in Kleinigkeiten investieren, werden Sie nie Platz haben für die wichtigen Dinge. Achten Sie auf die Dinge, welche Ihr Glück gefährden.
Spielen Sie mit den Kindern. Nehmen Sie sich Zeit für eine medizinische Untersuchung. Führen Sie Ihren Partner zum Essen aus. Es wird immer noch Zeit bleiben, um das Haus zu reinigen oder Pflichten zu erledigen.”
“Achten Sie zuerst auf die Golfbälle, die Dinge, die wirklich wichtig sind. Setzen Sie Ihre Prioritäten. Der Rest ist nur Sand.”
Einer der Studenten hob die Hand und wollte wissen, was denn das Bier repräsentieren soll.
Der Professor schmunzelte: “Ich bin froh, dass Sie das fragen. Es ist dafür da, Ihnen zu zeigen, dass, egal, wie schwierig Ihr Leben auch sein mag, es immer noch Platz hat für ein oder zwei Bierchen.”
(aus LaMa, Der lachende Manager, KW 30/04)
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Dezember 3rd, 2007 at 10:09 am
Prioritäten zu setzen ist im Alltag gar nicht so einfach und noch schwieriger ist es einmal gesetzte Prioritäten auch wieder zu verändern, wenn sich die Situation ändert. Manchmal hängen die Menschen noch lange an Prioritäten fest, die schon lange ihren Sinn verloren haben.
Dezember 3rd, 2007 at 10:01 pm
Hm, ist es nicht so, dass man es merkt (z.B. an schlechter Laune, Krankheit, Aggressionen, Lustlosigkeit usw.), wenn sich die Prioritäten in “Schieflage” befinden??? Und ist es dann nicht doch ganz einfach, für sich die jeweils richtigen Prioritäten herauszufinden und bei Bedarf zu ändern? Sicher geht es nie ohne Kompromisse. Jedoch, wenn die eigene Situation irgendwann unangemessen wird (Beziehung, Job, Projekte, Wohnort…) - wobei und wann immer da für jeden die entsprechende Schmerzgrenze erreicht ist - dann ändert man doch die Rahmenbedingungen und setzt wahrscheinlich andere Prioritäten.
Z.B. jemand der nur für den Job gelebt hat und merkt, dass die Familie viel zu kurz kommt. Zunächst ist da doch das Bemerken eines Defizits, einer Schieflage.
Wer an überholten Strukturen festhält, empfindet das dann garnicht so überholt.