Soziale Netzwerke – was gibt es da?

Web 2.0 trifft auf soziales Engagement

Sucht man jenseites eines konsumorientierten Ansatzes nach interessanten Anwendungsmöglichkeiten, wurde man in der Vergangenheit oft enttäuscht.

Claudia Klinger hat sich vor ein paar Tagen mit dem Thema Netzwerke für Ältere beschäftigt und schreibt in ihrem Artikel Web 2.0 für Ältere – gar nicht so einfach aber auch vom Quantensprung der möglich wäre:

Man stelle sich nur mal vor, so ein Tool wäre neutraler gestaltet, nicht mit blöden Spielchen verbunden (man startet als “Leibeigener” und kann sich zur Townqueen “hochdienen”… !) und würde wirklich von vielen Menschen aller Altersgruppen genutzt! Nachbarschaftshilfe, ehrenamtliches Engagement, Stadtplanung, Bürgerinitiativen, soziale Einrichtungen, Vereine und Initiativgruppen, Mieter, Hausverwaltungen, Investoren, Familien, Alte, Gewerbetreibende, Ärzte – wenn all diese ganz realen Tätigkeiten und Interessen, die weit über “Fun & Ausgehen” hinaus reichen, in einer Web 2.0-Community “Standort-genau” transparent würden – wow, ein Quantensprung! Das wäre dann ein wirklich “soziales Netzwerk” und nicht bloß der nächste Versuch, eine leicht zu definierende Zielgruppe zu versammeln und irgendwann mittels Premium-Features und Werbung abzukassieren.

Auf der Suche nach dem Quantensprung habe ich mir die Seiten www.kununu.com und www.betterplace.com und www.kiva.org und sanga.sossoon.net (Teilnahme erfordert Vereinsmitgliedschaft, 1 Probemonat) mal angesehen.

Hängengeblieben bin ich letztlich bei betterplace.org. Dort heißt es:

betterplace verbindet.
Menschen, die Unterstützung brauchen, treffen hier auf Menschen, die helfen wollen.
Eins zu eins. Ohne Umwege. Weltweit.

Begeistert bin ich davon, dass es so auch Einzelpersonen unbürokratisch möglich ist, ihre Ideen anderen präsentieren zu können, ohne erst an eine bestehende Organisation “andocken” zu müssen oder erst selbst einen Verein gründen zu müssen. Auch kleinere Projekte bekommen so die Möglichkeit über lokale Grenzen hinaus fragen zu können, ob es finanzielle Unterstützung oder MitgestalterInnen für die eigenen Ideen gibt. Unternehmen und Sponsoren finden gleich gebündelt interessante Projekte, die sie unterstützen können. (Nachhaltigkeitsberichterstattung, Stakeholder)

Sind wir vergleichbar?” oder was unterscheidet betterplace.org von anderen Plattformen, wird im zugehörigen Blog zum Projekt diskutiert. Dort werden noch weitere Plattformen genannt.

Bei kununu.com hatte ich schon vor einiger Zeit vorbeigeschaut. Dort können Arbeitnehmer Arbeitgeber bewerten. Allein schon die Seite mit dem leicht überzogenen Kununu-Spot: “Im Job (dr)aufgehen” ist lesens- und sehenswert. ;-) Eines der Bewertungskriterien für Arbeitgeber ist: Bewusstsein für Umwelt und Soziales. Genau an diesem Punkt schließt sich dann der Kreis zum o.g. Projekt betterplace.org.

Lesenswertes zu kiva.org, einer Vermittlungsplattform für Mikrodarlehen an Gründer aus Schwellenländern, findet man bei Burkhard Schneider in seinem Artikel “Webplattform für Mikrodarlehen” vom November 2006. Auch könnte es interessant sein, hin und wieder einen Blick auf Burkhards Best-Practice-Watchlist zu werfen . Die Liste mit Unternehmern, die Trendsetter für Ihre Branchen sind, wird ständig aktualisiert.

Was gibt es sonst noch?

In was für einer Gesellschaft wollen Sie leben, fragt schon 2006 ein Projekt der Aktion Mensch. Auf nonprofits-vernetzt gibt es eine ausführlich Beschreibung: “Best Practice I: dieGesellschafter.de

Langfristig werden Web 2.0-Technologien nur dann erfolgreich sein, wenn sie Brücken schlagen in´s reale Leben. Ich sehe ein großes Potenzial darin, dass dialogorientiere Web-Technologien dabei helfen können, Menschen miteinander zu verbinden. Internet ist längst viel mehr als Einwegkommunikation.
K o n k r e t e
und t r a n s p a r e n t e Projekte zu unterstützen bereitet zudem viel mehr Freude als kurzweiliges Shoppen von 1000 kleinen Sinnlosigkeiten. Darüber denke ich derzeit nach – online und offline. Und, ob es noch weit ist bis zum Quantensprung…

2 Gedanken zu „Soziale Netzwerke – was gibt es da?

  1. Wenn ich mir jetzt, zwei Jahre nach dem Beitrag, die Lage ansehe, hat sich vor allem betterplace.org sehr gut entwickelt. Offenbar laufen über die Plattform gerade rund 2000 Projekte gleichzeitig. Außerdem habe ich bislang nirgendwo eine negative Kritik zu betterplace gelesen, sondern immer nur Lob und Anerkennung. Das will schon etwas heißen…

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