Archiv für den Monat: Dezember 2007

Buchtipp: Welt mit Zukunft

Welt mit ZukunftWelt mit Zukunft – Überleben im 21. Jahrhundert. Das Buch von Franz Josef Radermacher & Bert Beyers ist keine “leichte Kost” in meinen Augen. Ein unbequemes Buch, das einen bewegt, zum Nachdenken anregt. Der Inhalt des Buches wird mich noch länger beschäftigen. Ich möchte hier nur einige kurze Auszüge vorstellen, die vielleicht den Einen oder die Andere zum Lesen dieses Buches anregen.

Radermacher zeigt u.a. Parallelen zwischen der Geschichte der Osterinsel und dem Planeten Erde auf. Unter der Überschrift: “Wie löst man ein Gefangenendilemma?” heißt es

“Die Bewohner der Osterinsel hätten ihre Welt nur gemeinsam retten können, allerdings hätten sie dazu alle die Prestigekonkurrenz um den Bau großer Statuen (Anmerkung: dadurch wurden die Wälder abgeholzt und damit die Lebensgrundlage zerstört.) durchbrechen müssen. Da sich Einzelne verweigerten, blieben sie alle Gefangene einer fehlgeleiteten Konkurrenzsituation (Gefangenendilemma). In diesem Sinne blockierten sich alle gegenseitig, und der Prozess der Zerstörung setzte sich fort.”

Ebenso interessant die Überlegungen zum sogenannten Ultimatumspiel:

Die typische Situation sieht wie folgt aus: Zwei Personen befinden sich in einem Raum, und eine dritte Figur, der “reiche Onkel”, legt 1000 Euro auf den Tisch. Einer der beiden darf als erster zugreifen: “Nimm dir davon so viel du willst”, sagt der Onkel. “Gib dem anderen den Rest – aber keine Kommunikation! Wenn der andere nicht ablehnt, könnt ihr beide das Geld behalten. Weigert er sich, bekomme ich das Geld zurück.”

Wer darf als erster zugreifen? Warum? Nach welchen Kriterien würden wir selbst das Geld verteilen? Wie ist das mit den Zugriffsrechten, wenn wir diese Laborsituation auf die Verteilung von Wohlstand in der Welt übertragen?

Und noch zwei Zitate:

“Das Vermögen der 700 reichsten Familien auf diesem Globus ist in den Jahren 2003 und 2004 um 800 Milliarden US-Dollar gewachsen, insbesondere zulasten des weltweiten Mittelstandes. Dieser Zuwachs würde für die Finanzierung des geamten Global Marshall Plan bis zum Jahre 2015 reichen.”

“Wie arm ist eine Welt, in der Millionen von Menschen keine Arbeit finden, alimentiert und ruhiggestellt werden? Wie arm ist eine afrikanische Frau, wenn sie drei Stunden täglich zum Brunnen und wieder zurück laufen muss, nur um ein paar Liter Wasser zu holen? Und wieso lassen wir dies zu, obwohl eine Überwindung dieser Verhältnisse möglich wäre?”

Das Filmfestival »ueber morgen« – Utopien, Träume, Weltentwürfe

ueber morgenist noch bis Sommer 2008 in hundert deutschen Städten zu Gast. 13 Filme zeigen einen Querschnitt zu vergangenen und gegenwärtigen Utopien und Weltentwürfen. Ebenfalls sehenswert die Beiträge des letzten Jahres, die zum Thema “ueber arbeiten – Arbeit, Wirtschaft, Globalisierung” in 80 deutschen Städten gezeigt wurden. Schade eigentlich, dass solche Filme viel zu schnell wieder aus den Kinos verschwinden. Wer das Festival 2006 verpasst hat: Hier kann man noch die jeweiligen Trailer und einige Infos zu den Beiträgen des letzten Jahres finden. Weiß einer, ob es alle Filme evtl. auch als DVD/Video gibt?