Filme weitergeben
Als ich neulich 1,5 Stunden bei miesem Regenwetter und mit Rückenschmerzen bis nach Potsdam unterwegs war, um mir den Film “Unser Planet” anzusehen, war mir klar, dass meine Trägheit über mein Interesse siegen wird und ich nicht jeden Tag, wie erst gedacht, diese Fahrerei auf mich nehmen werde. Eigentlich wollte ich mir unbedingt noch 3 weitere Filme des Festivals “ueber morgen” - Utopien, Träume, Weltentwürfe ansehen, das noch bis Sommer 2008 in hundert deutschen Städten unterwegs sein wird. Leider hatte ich die Berlin-Termine verpasst und war sehr froh darüber, dass es für mich eine zweite Möglichkeit, die Filme doch noch sehen zu können, in Potsdam zwischen dem 24. und 30.1. gab. Dann haben mich der weite Weg und müde Gelenke aber doch vom täglichen Hinfahren abgehalten. Leider, denn die Filme dieses Festivals haben wenig Aussicht in Fernsehen oder Videotheken aufzutauchen.
Technisch wäre es ja eigentlich ganz einfach, solche Filme über´s Internet einem breiten Publikum zum Download zur Verfügung zu stellen; mittels Bezahlung z.B. über Paypal.

Interessant finde ich in diesem Zusammenhang, den aktuellen Hinweis via nachhaltig-beobachtet auf die Beta-Version von: Filme für die Erde - Wissen weitergeben, ein Projekt, bei dem Filme zum Thema Nachhaltigkeit an Interessierte sogar kostenlos weitergegeben werden können. Finanziert wird das Ganze über Sponsoring. Auch Privatpersonen können zu Sponsoren werden. Das sieht dann so aus: Man kauft einfach eine DVD über den Shop der Website. Diese DVD wird dann mit einem Aufkleber “Zur Weitergabe” versehen und kann an beliebig viele Personen weiter gereicht werden. Klar, das könnte ich so auch ohne Online-Community im Freundeskreis machen.
Ist diese Idee dennoch Web 2.0-fähig?
Ich denke ja. Wenn ich dort z.B. jene o.g. selten gezeigten Dok-Filme finden könnte und mit einer gut gemachten Online-Community, die z.B. Info´s zu Filmen liefert, auf Veranstaltungen hinweist und einen ansprechenden “Mitmach-Bereich” anbietet (mit Hilfe von Google-Maps soll z.B. gezeigt werden, wo sich die jeweiligen Leih-DVD´s gerade befinden), dann könnte ich mir vorstellen, dass es ein interessantes Projekt wird, dass auch Brücken schlagen wird zwischen Online-Community und Real-Life. Ich sehe anhand der interaktiven DVD-Karte der Community, dass sich ein Film, der mich interessiert, gerade in meiner Nähe befindet und kann fragen, ob ich mir die DVD mal ausleihen kann und lerne gleichzeitig ähnlich interessierte Leute kennen. Mir gefällt die Idee und ich bin gespannt, wie sich das Projekt in den kommenden Monaten weiter entwickeln wird. Auch für Firmen, die ja hauptsächlich als Sponsoren angesprochen sind, ist es eine gute Möglichkeit für CSR. Es gäbe zudem gleich einen Pool für Filme zum Thema Nachhaltigkeit. “Ausgewählte Dokumentar-Filme zu möglichst vielen Menschen zu bringen”, finde ich eine gute Idee.
Filme, die mich interessieren, kommen meist auf 3sat oder arte und nicht selten leider erst spät nachts, bzw. sind viele meiner Wunschfilme, wie die des o.g. Filmfestivals auch nicht mal als DVD zu haben.
Erschwerend kommt hinzu: Leider besitzen wir einen von diesen unberechenbaren Video-Recordern, die gelegentlich andere Sendungen, als vorher programmiert, aufnehmen: Musikantenstadl statt “Jules und Jim” mit Jeanne Moreau, wie unlängst erst wieder geschehen - das ist dann schon ein Schock!!! Es hat auch nichts genützt, bäuchlings auf dem Boden liegend das Tape mehrmals hin und her zu spulen.
Frag mal in Deiner Videothek z.B. nach dem Film “Die Siedler”. “Haben wir nicht”, bekommt man als Antwort, wie zu Zeiten der DDR-Planwirtschaft. Oder “Welt am Draht” von Fassbinder aus dem Jahre 1973 - gibt´s nicht in der Videothek. Eine Online-Datenbank für Dok-Filme und all das, was jenseits vom Mainstream läuft, das wär mal was.
“A scanner darkly” ist, glaube ich, der einzige Film des diesjährigen Festivals “ueber morgen”, den man auch als DVD kaufen oder leihen kann. Jesus Camp lief mal im WDR. Und Menschen, Träume, Taten wird demnächst lt. Ankündigung auf der Website auch käuflich zu erwerben sein. Aber wer´s schafft und in der Nähe einer der Spielstätten wohnt, kann ja einfach mal wieder in´s Kino gehen.
Diesen Artikel bookmarken bei:
del.icio.us | Mister Wong | yigg.de | co.mments.com





April 16th, 2008 at 3:59 pm
Da fährt man aus der Millionenstadt Berlin ins beschauliche Potsdam, um einen Film zu sehen. Das kommt auch nicht aller Tage vor. Wenigstens noch Sanssouci angeschaut, wo man ja schon mal da war.
April 16th, 2008 at 4:10 pm
Ne, nix mit Sanssouci, meine Bandscheiben wollten an dem Tag sowieso nicht so recht.
Dezember 5th, 2008 at 1:07 pm
Da hast Du recht! Es wäre wirklich spitze, wenn man auch mal was anderes als die üblichen Action- und Horror- Filme in den Videotheken finden würde. Oft gibt es ja ne kleine Ecke, in der ein oder zwei Dutzend “Klassiker” angeboten werden - das Angebot ist aber eben sehr mässig.
Die Idee mit dem Download ist aber echt gut. Gibt es sowas nicht irgendwo? über einen Tip wäre ich echt dankbar.