Blogger, Freak, Geek, Nerd, Nichtblogger und die unendliche Vielfalt dazwischen

Blogger und Nichtblogger leben in völlig unterschiedlichen Welten, mag manch einer behaupten. Wer gern polarisiert, sieht auf der einen Seite immer den Nerd, der das Laptop sogar mit aufs Klo nimmt und auf der anderen Seite den Oberstudienrat, der beim technischen Support anfragt, wo er denn die @-Taste finden kann.

Auf bloggerpatenschaften.de werden jetzt Beispiele gesammelt, die den ganz normalen Alltag dazwischen zeigen. Jenseits von Klischees und dem gerade aktuellen Szene-Hype habe ich einfach mal nachgefragt, warum Menschen ins Netz schreiben, wie sie dazu gekommen sind und was ihnen das alles bringt. Im ersten Beitrag erzählen Reto Stauss vom Blog nachhaltigBeobachtet und Gastblogger Martin Wehning über ihr Zusammentreffen im Web.

Weitere Beispiele liegen in der Pipeline und werden demnächst auf bloggerpatenschaften.de gezeigt und hier kurz verlinkt. Wer interessante Beispiele fürs Gastbloggen oder Netzaktivismus ergänzen mag, kann sie auch gern hier posten. Aus gegebenem Anlaß der Hinweis: es geht nicht um Werbung! Danke!

Ich finde, dass es im Web eben sehr, sehr viele Beispiele übers “Geld verdienen im und mit dem Internet” gibt. Ich habe nichts gegen das Geld verdienen oder Sponsoring bei Web-Projekten, wenn es um irgendwie interessante Inhalte geht. Meiner Meinung nach gibt es da aber ein Ungleichgewicht und die weniger kommerzgesteuerten Beiträge, Experimente und Aktionen schlummern oft im Verborgenen. Vielleicht gelingt es, diese mal hervorzuholen und besser zu vernetzen.

Stefan ergänzt noch folgendes: man kann auch für’s Internet schreiben, ohne gleich zum Blogger oder Wiki-Freak zu werden.

Zum Thema Blogpatenschaften gab es gleich nach dem Aufruf reichlich Feedback von sehr interessanten Blogs und Angebote von BloggerInnen, die gern Ihr Know-how weitergeben oder Gastblogger einladen wollen. Darüber werde ich hier bald im Detail berichten. Schwieriger scheint es zu sein, aus dem Web heraus interessierte Nicht-Blogger anzusprechen. Wie erreicht man die? Ist die Bloggerszene wirklich so hermetisch abgeriegelt? Oder gibt es keinen einzigen neugierigen Nicht-Blogger? Oder gehen die eben andere Wege, um sich damit zu beschäftigen, vielleicht lesen sie lieber Fachliteratur oder besuchen Kurse oder probieren das lieber allein aus oder es fehlen die finanziellen Möglichkeiten für einen Rechner mit Internetanschluß oder es fehlt einfach nur ein Hinweis auf die Möglichkeiten, die es im Web gibt, um überhaupt neugierig sein zu können oder, oder…?

Ich habe mal ein Brainstorming dazu gestartet “Wo schlummern denn all die Offliner…” und auch gefragt, wie man diese Gruppe dazu bringt, Web 2.0 mal auszuprobieren. Interessant zu lesen, was es da für Vorschläge gibt.

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One Response to “Blogger, Freak, Geek, Nerd, Nichtblogger und die unendliche Vielfalt dazwischen”

  1. Georg Helmut Says:

    Vielleicht erzähle ich einfach mal, wie ich zum Bloggen kam. Eigentlich ist mein Beruf ziemlich eng mit dem Web verwoben und ich schenkte dem ganzen Web 2.0 Gedöns privat relativ wenig Beachtung. Ich wollte in meiner Freizeit nicht wirklich etwas damit zu tun haben, obwohl ich mich beruflich bzgl. des Community Gedanken und der damit verbundenen Technologien auseinandersetzte.

    Als sich in mir dann der Druck so aufstaute, dass ich nicht mehr anders konnte, legte ich bei Blogger (das ist keine Werbung) einen Account an und bastelte ein wenig am Layout der vorgegebenen Templates. Für mich schien das damals die effektivste Variante schnell an den Start zu gehen. Was ich schreiben und erreichen wollte wusste ich ja eigentlich schon. Ich suchte nach Gleichgesinnten, die aus ihrem Alltag ausbrechen wollten und ein anderes leben führen wollten und ich wollte meinen Frust los werden und teilen. Geteilter Frust ist halt halber Frust.

    Wäre ich jetzt kein Internet affiner User gewesen, wäre ich sicherlich niemals auf die Idee gekommen einen Blog zu betreiben. Ich hätte angefangen ein Tagebuch zu schreiben, was mir bei einer Trennung vor einigen Jahren schon einmal extrem half. Einfach einmal die eigenen Gedanken festhalten. Und nun kommt die Community ins Spiel, die beim handelsüblichen Tagebuch ja aus me, myself and I besteht. Ich habe übers Bloggen Kommentare und Aussagen gesammelt und auch den ein oder anderen Gleichgesinnten gefunden. Auch Kontakte die mich immer wieder motivieren, mich kritisieren und mir Glück wünschen. Die meine Entwicklung beobachten und sich freuen, wenn ich nach einer längeren Pause wieder schreibe.

    Ich vermute, dass die technische Hürde von vielen, die sich nicht im www tümmeln, als unglaublich hoch empfunden wird. Man bedient einen Rechner, mit Ach und Krach. Dann gibt es da den Browser, oder die Browser. Welchen nehme ich oder was ist das überhaupt. Und dann noch ein Blog über Benutzeroberflächen, die alle anders sind, als das, was man ohnehin schon kennt. Eine gute Bekannte konnte vor ein paar Jahren mit Mühe eine Maus bedienen. Ich konnte das erst nicht glauben, aber es war so.

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