Blogpatenschaften - Soziales Engagement vernetzen
Wie kann man dialogorientierte Web-Technologien dafür nutzen, Menschen miteinander zu verbinden und soziales Engagement zu unterstützen? Internet ist längst viel mehr als Einwegkommunikation. Social Web meets Social Action. Darüber nachdenkend, traf ich im April 2008 auf der re:publica in Berlin mit einigen Gleichgesinnten zusammen.
Viele Gespräche, die im Anschluß an die Real-Life-Treffen auch in Blogs geführt wurden, haben spontan gezeigt, dass es eine ganze Reihe von engagierten Bloggerinnen und Bloggern gibt, die sich freuen würden, Web-Neulingen die Möglichkeiten des Publizierens, Recherchierens und Vernetzens im Internet zu vermitteln oder NGO´s und gemeinnützige Vereine, sofern diese es wollen, bei der Öffentlichkeitsarbeit im Internet zu unterstützen.
Ermutigt durch diese Resonanz ist wenig später das Projekt Blogpatenschaften.de online gegangen. Die Blogpaten, wollen Katalysatoren sein für soziale Ideen, die es sonst eher schwer haben, sich in den klassischen Medien zu positionieren.
Vernetzen, Publizieren und Recherchieren waren noch nie so einfach, wie heute. Jeder kann ins Internet schreiben, ohne selbst ein Blogger, Wikipedianer oder Programmierer zu sein.
Dass solche Kooperationen bereits gelebt werden, zeigen erste Beispiele auf der Website von Blogpatenschaften.de. So könnte sich aus diesem Webauftritt langfristig ein Archiv nachahmenswerter Ideen und Projekte von vernetztem Online- und Offline-Engagement entwickeln. Die Initiatoren solcher Patenschaften könnten über Ihre Projekte berichten oder sich in der zugehörigen Community-Plattform mit anderen Interessierten austauschen.
Ziel von Blogpatenschaften.de ist es, soziales Engagement Einzelner oder kleiner Gruppen, mit Hilfe des Internets zu vernetzen bzw. aus den Nischen hervorzuholen und deutlich zu machen, dass auch viele kleine Einzelhandlungen sehr effektiv sein können, noch dazu, wenn man sie gut vernetzt. In diesem Zusammenhang freue ich mich ganz besonders über eine Kooperation mit Blogpolis.de, einer Plattform für politische Diskurse im Internet. Dieses von Wissenschaftlern in Berlin und Bremen entwickelte Open Source Projekt sieht im Web 2.0 große Chancen für mehr direkte Demokratie.
Die Gründerin Maika Büschenfeld erklärt dies so: „Aus den früheren Besuchern des Netzes sind mittlerweile Nutzer geworden. Sie nutzen Blogs und soziale Netzwerke, um mit Freunden und Kollegen in Kontakt zu bleiben und persönlich interessante Informationen öffentlich zu machen. So finden sich Gleichgesinnte und es entstehen neue soziale Kontakte. Schreibt ein Nutzer dann etwas Politisches in seinen Blog, so hat dies für seine Leser durch die soziale Identifikation eine hohe Relevanz. Wenn es zwischen unterschiedlichen Netzwerken und über viele Blogs hinweg möglich wäre, Petitionen, Umfragen und Aufrufe zu teilen, dann könnten etliche Menschen mit hoher Relevanz zu politischem Engagement gebracht werden. Und genau hierfür entwickelt Blogpolis die passenden Technologien.”
Plattformen, wie Blogpolis.de können in der Zukunft entscheidend dazu beitragen, dass NGO´s, gemeinnützige Vereine oder engagierte Einzelpersonen schneller voneinander erfahren und besser miteinander in Kontakt treten können. Wer in seinem Blog eine politische Blogaktion startet, kann diese auch auf Blogpolis.de eintragen.
Die Plattform soll dabei an der dezentralen Struktur der Blogosphäre nichts Grundsätzliches ändern, d.h. jede(r) schreibt auch weiterhin im eigenen Blog. Eine gemeinsame Plattform für Blog-Aktionen kann jedoch helfen, die Beiträge unter einem Aufruf zusammenzufassen, bekannt zu machen, gemeinsam zu taggen, zu bewerten und zu diskutieren.
(Zitat: blogpolis.de)
Wer jetzt selbst aktiv werden will und eine Patenschaft übernehmen möchte, kann sich, sein Blog, Wiki oder Netzwerk sowie die Art und den geplanten Umfang seiner Patenschaft (Gastbloggen ermöglichen, Know-how vermitteln, Patenschaft über eine Person oder ein Projekt übernehmen…) auf der Blogpatenschafts-Website eintragen. Alle Blogpaten sind dort in einer Liste veröffentlicht. Interessierte Einzelpersonen, NGO´s und Vereine, die Unterstützung suchen, können sich dann direkt an die dort vorgestellten Blogpatinnen und Paten wenden und natürlich auch in der zugehörigen Community mitmachen.
Der Blogpaten-Twitter-Account informiert über den aktuellen Projektstand.
Wer Lust hat auf Real-Life-Treffen:
Im Ergebnis des SocialCamps ist die Idee entstanden, sich regelmäßig zu Stammtischen zu treffen. Der nächste Termin für Berlin ist der 2.9.2008. Mehr Infos demnächst unter socialBar.de.
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Juli 25th, 2008 at 7:57 am
Den twitteraccount der blogpaten kannte ich noch gar nicht. Da muss ich gleich folgen.
Juli 25th, 2008 at 8:15 am
Fein