Einen Monat lang Zwangs-Offlinerin dank Telekom

Die Telekom hat mich einen Monat lang zur Offlinerin gemacht. Was soll´s. Irgendwie war das ja nicht anders zu erwarten. Schon vor einiger Zeit hatte ich vor, zu einem anderen Anbieter zu wechseln. Als ich dies der Telekom mitteilte, stellte sich heraus, dass ich angeblich in einem neuen 2-Jahresvertrag stecke und erst nach Ablauf dieser Frist (ein weiteres Jahr!) kündigen könne. Irgendein Anruf einer Mitarbeiterin des Call-Centers (Dürfen wir sie optimieren?) hatte wohl eine erneute 2-jährige Vertragslaufzeit ausgelöst.

Ich erklärte daraufhin, nie eine solche Vertragsbestätigung erhalten zu haben – hätte ich das, hätte ich sofort widerrufen! Auch die äußerst unübersichtliche Telekomrechnung (da wurde viel hin und her verrechnet) gab nicht zu erkennen, dass sich an meinem Tarif etwas geändert hatte und in der Performance meiner Internetverbindung war von Highspeed DSL 6000 definitiv nichts zu spüren. Die Bandbreite für den up- und download lässt sich einfach checken z.B. unter My-Speedtest.com.

„Ja tatsächlich, diese Vertragsbestätigung konnte ihnen nicht zugestellt werden. Die ging an eine falsche Adresse. Das kann ich hier anhand unserer Daten sehen“, sagte mir dann eine Mitarbeiterin. Und weiter: „Nein, bei ihnen lässt sich eine 6000 Bandbreite auch nicht realisieren.“ AHA! Ich habe daraufhin mehrere Briefe geschrieben und um eine Auflösung des eigentlich aus meiner Sicht gar nicht zustande gekommenen Vertragsverhältnisses gebeten. Hat aber nicht geklappt. Meine Faxe, Schreiben und Anrufe wurden einfach ignoriert. Das geht wohl nur mit Anwalt und sehr starken Nerven. Ersteres kann ich mir momentan nicht leisten und meine Lebensenergie stecke ich lieber in erfreuliche Angelegenheiten. Ich gab also auf und orderte eine Internet-Flatrate mit Highspeed DSL 16plus.

Was war das Ergebnis? Die alte Verbindung fiel weg, die neue kam nicht zustande, weil Splitter und Router wieder an eine falsche Adresse geschickt wurden und ohne den neuen Router ging nix. Innerhalb der letzten Jahre hatte ich bestimmt 10 Mal darauf hingewiesen, dass ich zu keinem Zeitpunkt an dieser Adresse wohnhaft war und jedes Mal wurde mir versichert, dass nun aber alles im Computer richtig sei und das Häkchen an der richtigen Stelle gesetzt wurde. Da nützt es dann auch nichts, wenn man sich jedes mal die Namen der Mitarbeiter notiert, man kommt ja eh immer wieder an andere, die überhaupt nicht nachvollziehen können, was da ursprünglich mal schief gelaufen ist. Ich glaube alles fing mit diesem Anruf und der Frage an: Dürfen wir sie optimieren?

Okay, ich ging also in den Telekom-Laden um die Ecke, schilderte mein Problem. Da standen ja die Router, die ich benötigte haufenweise im Regal. Nein, so ein Paket könne man mir jetzt nicht aushändigen, da käme die ganze Auftragsbearbeitung durcheinander. Ich müsse eben warten, bis MEIN Paket an meiner Adresse ankommt. Punkt. Hallo? Wie bitte?

Das hat dann mehrere Wochen gedauert. Die Adresse, an die fälschlicherweise ausgeliefert wurde, liegt im gleichen Bezirk. Da hätte ich locker mal rüberschlendern können. Ich kann inzwischen wieder ins Internet und DSL 16 plus liefert zumindest gelegentlich sogar eine 12000-er Bandbreite. Das ist mehr als meine vorherige 2000-er, für die ich aber im Anschluss an eine „Optimierung“, wie für eine 6000-er bezahlt hatte. Shit happens.

Wenigstens habe ich im Internetcafé um die Ecke während dieser Zeit coole Leute kennen gelernt. Auch hätte ich nicht gedacht, wie viel Betrieb in einem Internetcafé herrscht. Witzig fand ich auch täglich abends diesen Countdown, bevor das Café seine Pforten schließt. Noch 15 Minuten, noch 10 Minuten, noch 5 Minuten – die Tippfrequenz stieg währenddessen hörbar an – dann ein Klingelton und schwups war der Browser weg. Was ich auch mitbekommen habe, waren Gespräche über ähnliche Probleme. Es scheint nicht allein ein Problem bei der Telekom zu sein, dss man monatelang das Internet nicht nutzen kann oder plötzlich in Verträgen stckt, die die so nicht beauftragt wurden.

Einen Media Receiver 300 hätte ich auch noch zu verschenken. Der war nämlich auch mit im Paket, obwohl ich ihn nicht haben wollte. Da nahm aber längst schon das Optimierungsprogramm gnadenlos seinen Lauf.

3 Gedanken zu „Einen Monat lang Zwangs-Offlinerin dank Telekom

  1. Hehe, ist doch immer wieder das gleiche…herzlich willkommen zurück 😉
    Und nun bauen die ja auch noch etliche CallCenter ab…damit wird es sicher nicht besser! Ich bin bei netcologne und glücklicherweise ganz zufrieden 🙂

  2. Tja, vor zwei Jahren umgezogen. Leitung war bestellt, aber dann stellte sich raus, das mein Auftrag „intern storniert“ wurde. Der einzige, der nichts davon wusste war ich und niemand konnte mir sagen, WARUM …. da ich in der gleichen Stadt umgezogen bin, war nun sogar meine Rufnummer in Gefahr. Manchmal fragt man sich doch, wie soetwas vorkommen kann. Immerhin hielt ich bei meinem Anruf die schriftliche Auftragsbestätigung mit Schaltdatum und Übernahme aller Rufnummern in meinen Händen ….

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