Archiv für den Monat: Dezember 2009

Videobotschaften ins Netz stellen

Dies ist ein Gastbeitrag von Nikolai Schulz, der die Plattform Memoro Deutschland mit aufgebaut hat und auch betreut. Ich freue mich, dass ich ihn kurzfristig dafür gewinnen konnte, uns ein paar Tipps zum Erstellen von Videobotschaften zu geben:

Möglichkeit eins, um viele Anfängerfehler zu vermeiden:

Der Kauf einer Lern-DVD, z.B. beim Fachverlag Schiele und Schön in Berlin,
die verschiedene Produkte anbieten wie z.B. mit dem Titel: Biografie – Schritt für Schritt zum perfekten Filmportrait – Interaktive DVD-Schulung: Filmen Sie ein einzigartiges Zeitdokument, das Generationen überdauert.

Möglichkeit zwei, so wie ich es gemacht habe, learning by doing. Ich musste natürlich auch Lerngeld bezahlen und konnte die Fehler, wie schlechte Ausleuchtung und schlechter Ton, teilweise durch die Computersoftware korrigieren.

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Memoro

Dies ist ein Gastbeitrag von Inga Wocker.

memoro_de_logo-300x73Ein kleiner Junge, der noch 2 Wochen nach Kriegsende in Straßenkleidung zu Bett geht, weil er nicht glaubt, dass die Bombennächte mit Sirenen im Luftschutzkeller tatsächlich vorbei sind, eine junge Frau, die täglich zwischen Ost- und Westberlin pendelt und sich beim Beginn des Mauerbaus plötzlich von einer Sekunde zur andern entscheiden muss, ob sie zurückgeht oder im Westen bleibt, ein Mädchen, das im Luftschutzbunker verschüttet wird und die Nacht davor genau davon geträumt hatte.

Geschichten, so unterschiedlich wie die Menschen, die sie erzählen, Menschen, inzwischen alt geworden, mit Erfahrungen, die wir uns heute oft gar nicht vorstellen können.

Memoro ist ein Projekt, das diese Geschichten sammelt und im Internet in Form von kurzen Filmen zur Verfügung stellt. Begonnen hat es Ende 2007 in Italien, inzwischen gibt es ähnliche Datenbanken auch in Japan, Deutschland, Frankreich, Argentinien, USA und Spanien.

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Unser neues Demokratiemedium

Dies ist ein Gastbeitrag von Susanne Wiest.

susanne_wiest1Vor einem Jahr noch, habe ich das Internet eher wie eine Bibliothek genutzt. Ab und zu Informationen sammeln und vielleicht mal ein Kochrezept suchen…. e-mails schrieb ich kaum. Vielleicht eine pro Monat. Das änderte sich schlagartig als ich letzten Dezember eine Petititon an unseren Bundestag stellte. Mir wurde gesagt das ginge jetzt auch im Internet und ich schaffte es tatsächlich meine Grundeinkommenspetititon online auf den Weg zu bringen. Anscheinend hatte ich einen Nerv getroffen.

Ich erlebte staunend, wie immer mehr Menschen diese Petition mitunterzeichneten, wie in verschiedenen Foren und Blogs darüber berichtet und aufgefordert wurde mit zu unterzeichnen. Ich erlebte Demokratie. So wie ich sie mir seit langem wünsche. Frei, eigenverantwortlich, zusammen und sehr lebendig. Und ich lernte das Internet kennen.

Austausch, Information, Organisation, Mobilisierung, Planung… das ist alles möglich im Netz. Endlich! Wir brauchen nicht mehr eine Zeitung oder andere Medien, die freundlichrweise über eine Aktion berichten. Wir berichten nun selbst. Von uns für uns.

Richtig Bauchschmerzen habe ich damals bekommen, als es plötzlich darum ging, irgendwo meine e-mail Adresse öffentlich zu machen… ich sah Gefahren über Gefahren….was ich eben so alles gehört hatte über das uferlose Internet. Ich habe mich dann dazu durchgerungen ….und alles ist gut gegangen.

Mittlerweile nutze ich Twitter, bin gerne bei Facebook und habe einen eigenen Blog, das ist eine Art  Internetagebuch und ich schreibe inzwischen viele e-mails pro Tag. Wie das alles geht, habe ich beim Tun gelernt. Ich habe Freunde im Netz gefragt, “wie lade ich ein Bild hoch, wie stelle ich ein Video in meinen Blog,…usw.“ und Schritt für Schritt habe ich dazu gelernt.

Ich nutze das Internet heute als Demokratiemedium. Ich möchte mitmachen in unserer Demokratie. Mitgestalten. Nicht alles den „anderen“ überlassen.

Wir Bürger können uns informieren, vernetzten, uns unterstützen und zusammenarbeiten. Die Möglichkeiten des Internets sind ein Segen für mich. Wir haben ein Demokratiemedium. Ich nutze es!