Hurra, ich habe das Merkzeichen “aG”

er folgende Beitrag ist ein Gastbeitrag von Erika Knobloch.

Ich hätte nie gedacht, dass ich mich über einen Behindertengrad derartig freuen kann. Schließlich bedeutet das: man ist ganz schön kaputt. Ich habe ja schon 100 ° der Behinderung und die Merkzeichen “G” und “B”. Nun habe ich auch das “aG”.

Aber, ich habe mich gefreut. Es ist das beste Geschenk zu meinem 70. Geburtstag. Das bedeutet einen Anspruch auf die von mir dringend benötigte Parkerleichterung. Lang genug hat das ja gedauert. Seit der ersten abgelehnten Antragstellung im Jahre 1999 sind das immerhin 12 Jahre.

Es ist mühselig aufzuzählen, was ich alles versucht habe, um diese Genehmigung zu bekommen. Ich muss mit meinem PKW so parken können, dass es in der Nähe meines Zielortes ist, ich bequem aussteigen kann und nicht zugeparkt werde. Das heißt, ich brauchte den Anspruch auf die blaue europäische Parkerleichterung. Der orangefarbene Ausweis berechtigt dazu nicht. Leider wurde ich in den vergangenen Jahren ca. 30 x zugeparkt, was für mich stets ein Riesenproblem darstellte.

Bloß gut, dass es auch so viele schlanke und hilfsbereite Leute gibt, die mir mein Auto “rausgeparkt” haben, sonst stünde ich noch heute dort. Man hat ja ohne das Merkzeichen “aG” keine Parkerleichterung und damit auch keinen Aufkleber des blauen Rollstuhl-Symbols, um eine solche Behinderung sichtbar zu machen. Woher will ein PKW-Fahrer wissen, dass ich meine Autotür weit aufmachen muss, um ein- und aussteigen zu können.

Also habe ich damals den Kampf aufgenommen und mehrere Anträge, Widersprüche sowie 3x Sozialgericht hinter mir. Erst jetzt im März 2011 war der “Kampf” erfolgreich und ich bedanke mich bei dem vom Sozialgericht benannten Gutachter-Orthopäden für seine sehr gründlichen Untersuchungen. Denn auf das Grundgesetz, was uns Behinderten verspricht, dass “Niemand wegen seiner Behinderung benachteiligt werden darf” kann man sich nicht verlassen.

Wenn ich meinen süßen kleinen Enkel sehe, wie munter und fast spielend er seine Umwelt entdeckt und dabei schnell Hindernisse überwindet, könnte ich fast neidisch werden. Aber, ich bin stolz auf ihn. Auch wenn es ein dicker liegender Bauch ist, den er überklettern will, er schafft das. Selbst wenn er ihn umgehen muss, gibt er nicht auf. Gut so, kleiner Peter, Du passt in diese Welt.

Mein Dank gilt dem Sozialverband VDK Deutschland e.V. für seine Hilfe, den Ärzten für ihre mehrfachen Zuarbeiten und den Freunden, die mir geraten haben, mich dem VdK anzuschließen. Bedanken möchte ich mich aber auch vor allem bei Frau Müller-Schmoß, die mein Problem ins Internet gebracht hat.

Anm.: Liebe Frau Knobloch, es freut mich sehr, dass Sie endlich Erfolg hatten. Das ganze Prozedere hat ja wirklich unglaublich lange gedauert. Um so bemerkenswerter, dass Sie nie Ihren Mut und Ihre Fröhlichkeit dabei verloren haben und nie resigniert haben. Herzliche Grüße von InaMS.

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>