Archiv für den Monat: Oktober 2014

Ausstellungstipp: Radikal persönlich

Eröffnung am 31. Oktober 2014 um 17.00 Uhr, Zionskirche, Zionskirchplatz, 10119 Berlin-Mitte

25 Jahre nach dem Fall der Mauer und zeitgleich zum “Monat der Fotografie-Off” erinnert die Zionskirche in Berlin-Mitte an ihre politische Geschichte und zeigt vom 31. Okt bis zum 30. Nov 2014 die Ausstellung
„Radikal persönlich” Fotografien von Ann-Christine Jansson mit Zeitdokumenten der Friedlichen Revolution.

Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen die schwarz-weiß-Fotografien von der schwedischen Fotografin Ann-Christine Jansson. Ohne ihren Beruf zu verraten, ist sie häufig in den 1980er Jahren über die Grenze am Ausländer-Kontrollpunkt Checkpoint Charlie gegangen. Jansson hat an vielen Treffen und Demonstrationen der ostdeutschen Opposition teilgenommen und fotografiert. In Ostberlin kam Ann-Christine Jansson in Kontakt mit den ‘Aktivisten’ der Umwelt-Bibliothek, die in diesen Jahren in den Kellern der Zionsgemeinde einen Widerstandsraum fanden und von dort aus systemkritische Schriften wie die Umweltblätter im ganzen Land verteilten. Diese Bilder wurden in Zeitungen und Zeitschriften in ganz Europa verbreitet. Um später weiter in die damalige DDR einreisen zu können, wurden viele dieser Fotos ohne ihren Namen publiziert. Ann-Christine Jansson hat in ihren eindrucksvollen Bildern Stimmungen, Gefühls-zustände und Empfindungen festgehalten, denen es neben einem hohem dokumentarischen Wert noch heute gelingt, etwas von der Atmosphäre jener Zeit zu vermitteln.

http://www.widerstandsraeume.de/radikal-persoenlich/

Lesetipps

  • Bei engl@absurdum stockt einem mal wieder der Atem beim Lesen | Schuld & Freude

eine reine kosten-nutzen-analyse meines lebenswertes ergibt ganz eindeutig, daß ich als unwert zu betrachten bin. [...]

dennoch: überraschenderweise ist mir meine existenz seit geraumer zeit bereits vor allem anderen eine freude. die zeit genießen, meine zeit, die meine einzige zeit ist. mit mir allein sein zu dürfen, mich selbst wahrzunehmen, zu erkennen womöglich. feststellen auch, daß die welt größtenteils doch ganz anders ist, als sie sich mir als kind präsentiert hat. ebenso wie die menschen.

das ist es wert. das ist ein wert. unbezahlbar.

Wir sind in den ersten 2 Jahren durch etliche Sinnkrisen gegangen. „Werde ich immer wie ein Freak aussehen?“ „Werden die Leute immer auf den Mann in Frauenkleidern zeigen??“ „Hab ich mich nun für immer ins Gesellschaftliche aus geschossen?“

Ich hab’ die Monster gefangen und den Drachen gezähmt; meine Hand ist gebrochen, seine Füße gefesselt und seine Flügel gelähmt.
Ich höre Leute reden, nichts berührt mich, alles ist gleich weit entfernt und wenn sie mich fragen, ich kann nichts dazu sagen, nicht mal im Scherz.
Nichts ragt aus dem Rauschen, nichts sticht mich ins Herz.