Kategorie-Archiv: Gastbeiträge

Über Verletzlichkeit

Dies ist ein Gastbeitrag von Dami Charf.

Unsere Gesellschaft bringt uns bei, dass wir autonom sein sollen, dass Autonomie ein hohes Gut ist. Dabei vergessen wir, wie verletzlich wir sind. Und wie sehr wir andere brauchen.

Außerdem verbindet uns unsere Verletzlichkeit mit unserer Berührbarkeit, mit unserer Liebe, mit unserem Körper, mit unserer Kreativität, mit der Erde und anderen, die unsere Hilfe benötigen.

Leider schämen wir uns oftmals für unsere Verletzlichkeit, für unsere Bedürfnisse, weil wir vielleicht einmal gedemütigt worden sind, als wir uns mit unseren Gefühlen gezeigt haben. Doch wahre Stärke ist zart zu sein und berührbar – eine Kriegerin des Herzens, ein Krieger des Herzens zu sein.

http://www.traumaheilung.de/trauma-und-verletzlichkeit/

Teilhabe für alle?! Haben wir doch schon. Oder etwa nicht?

inklusion
Foto: CC0 1.0 Verzicht auf das Copyright | Wikipedia

Dies ist ein Gastbeitrag von Matthias Keitzer, der die Online-Petition “Teilhabegesetz JETZT!” gestartet hat. Keitzer knüpft damit direkt an die mit großer Resonanz von Constantin Grosch initiierte Petition “Recht auf Sparen und gleiches Einkommen” und die von Ottmar Miles-Paul koordinierte Kampagne für ein gutes Bundesteilhabegesetz an.

Hier der Text von Matthias:

Hallo liebe Blogger/innen,

ich bin kürzlich auf eine Unterschriften-Aktion von www.teilhabegesetz.org gestossen und habe mich daran gestört, dass diese nur auf dem postalischen Weg gehen soll. Daher habe ich mich entschlossen, eine Online-Petition zu starten!!!

Das Teilhabe-Gesetz soll eine Reform der bisherigen Eingliederungshilfe im SGB IX darstellen, die veraltete Strukturen und Regelungen verändern und der UN-Behindertenrechtskonvention gerecht werden. Dazu gehört auch die bereits vielfach diskutierte Regelung, wonach Menschen mit Behinderungen sich erst verarmen müssen, bevor sie staatliche Unterstützung beanspruchen können.

Desweiteren ist es eminent wichtig, dass es endlich eine bundesweite Regelung in vielen Bereichen gibt; es ist ein Unding, dass das Blinden- und Gehörlosengeld von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich geregelt ist! Insbesondere das Gehörlosengeld ist ein Skandal, hier wird es besonders drastisch; die Spanne geht von NULL bis 126 Euro monatlich. Diese Leistung wird aber nur Gehörlosen gewährt, die vor ihrem 7. Lebensjahr bereits ihr Gehör verloren haben; Hochgradig Schwerhörige und Ertaubte bleiben aussen vor! Schließlich sind die Kosten für Gebärdensprach- bzw. Schrift-Dolmetscher kürzlich um 30 % auf 75 Euro pro Stunde gestiegen!

Zu den anderen Behinderungsarten will ich mich nicht äußern, da mir dazu die Sachkenntnis fehlt. Hinweisen möchte ich in diesem Zusammenhang aber unbedingt auf die unter teilhabegesetz.org gelisteten Beispiele alltäglicher Benachteiligungen.  Diese liefern einen kleinen Einblick in die Schwierigkeiten, mit denen sich Betroffene aufgrund der aktuellen Gesetzeslage herumschlagen müssen. Jedenfalls sind in allen Bereichen Verbesserungen vorgesehen!

Warum TEILHABE-GESETZ JETZT!? Die Disskussion läuft seit Jahren und unsere sozialdemokratische Sozialministerin Andrea Nahles sprach kürzlich in einem Fernseh-Interview von sportlichen Anstrengungen bei der Umsetzung der Pläne zum neuen Teilhabe-Gesetz. Ich möchte mit der Online-Petition ihr und ihren Kollegen im Bundestag und Landesregierungen einen ordentlichen Adrenalin-Schub verordnen! Dies gelingt nur mit möglichst breiter Unterstützung in Form einer Unterzeichnung folgender Online-Petition:

Zur Petition: Teilhabegesetz JETZT!

Hashtag: #THGjetzt

Hoffe auf eine rege Beteiligung und Unterstützung! Bitte auch alle Freunde, Bekannten und Arbeitskollegen informieren! Wenn Vielfalt wirklich gelebt werden kann, kommt das letztlich uns allen zugute.

Dieser Text  steht unter einer Creative Commons Namensnennung-NichtKommerziell-KeineBearbeitung 3.0 Deutschland Lizenz und kann komplett oder in Ausschnitten verwendet werden. Über eine Verbreitung in anderen Blogs, Selbsthilfeforen wie auch über die gängigen Social-Media-Kanäle (ja, auch Facebook!) möchten wir uns schon jetzt bei allen Unterstützer*Innen bedanken.

Arm durch Eingliederungshilfe

Ich veröffentliche hier einen Text von Constantin Grosch, der sich auf eine Antwort der Bundesregierung zum Thema “Einkommens- und Vermögensanrechnung von Menschen mit Behinderungen” bezieht. Constantin hat vor einiger Zeit eine Petition zu diesem Thema gestartet, die von über 120.000 Menschen mitgezeichnet wurde. Wer nicht “am Thema dran ist” , findet den Text vielleich zu lang und das Thema “unbequem”. Daher ist es um so wichtiger, diesem Thema zu mehr Aufmerksamkeit zu verhelfen. Worum es im Kern geht, wird duch folgendes Zitat deutlich:

Jeder Mensch mit Behinderung ist, sofern er die Behinderung seit der Geburt hat, ein geborener Sozialhilfeempfänger – vom ersten bis zum letzten Atemzug. Alleine diese Tatsache müsste schon ausreichen um den Gesetzgeber zu einer Änderung zu veranlassen und eine Diskriminierung durch die aktuelle Gesetzeslage zu bejahen.

Hier der komplette Wortlaut:

Am 13.03.2014 stellte die Abgeordnete Rüffer gemeinsam mit ihrer der Grünen-Bundestagsfraktion eine Anfrage an die Bundesregierung zum Thema “Einkommens- und Vermögensanrechnung von Menschen mit Behinderungen”, wogegen sich ja u.A. auch meine Petition richtet.

Zwischenzeitlich erreichte Sie die Antwort (inkl. Anlage) der Bundesregierung.

Zu jener Antwort habe ich eine Einschätzung geschrieben. Nur so viel in Kurz: Die Antworten zeigen, dass sich zumindest momentan scheinbar niemand bewusst ist, warum dieses Thema für so viel Wirbel sorgt.

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Konzertankündigung: Uralte Ahnungen – Nils Kercher & Ensemble

25.11.2011 Berlin-Kreuzberg

Uralte Ahnungen – Nils Kercher & Ensemble

feinsinnige & dynamische Weltmusik

21 Uhr Heilig-Kreuz-Kirche, Berlin-Kreuzberg, Tickets: www.akanthus-kultur.de

Nils Kercher: Kora (westafrikanische Harfe), Gesang
Kira Kaipainen: Balafon, Gesang, Percussion
Thomas Klöwer: akustische Gitarre, Percussion
Sue Schlotte: Cello

nils-kercher-kora-2-comp

Gemeinsam mit seiner finnischen Duo-Partnerin Kira Kaipainen und anderen charaktervollen Musiker/innen webt der vielseitige Weltmusiker Nils Kercher ein harmonisches und feinsinniges Klangfeld, das sich zwischen organischen Rhythmen und geheimnisvollen Klängen bewegt. Weiterlesen

Dies ist ein Gastbeitrag von Gabriela Pichelmayer aus Wien. Der Beitrag wurde aus dem inzwischen geschlossenen Blog nischenthema übernommen. Wir würden uns freuen, wenn dieser Beitrag weiter verbreitet wird und Menschen, die sich in ähnlichen Lebenssituationen befinden, die Kommentarmöglichkeit nutzen und über ihre Erfahrungen berichten.

panthermedia_033449712„Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden. Die Republik (Bund, Länder, Gemeinden) bekennt sich dazu, die Gleichbehandlung von behinderten und nicht behinderten Menschen in allen Bereichen des täglichen Lebens zu gewährleisten.“
So steht es geschrieben in Artikel 7 des Österreichischen Bundesverfassungsgesetzes.

Wo das zum Tragen kommt, bedarf jedoch einer genaueren Prüfung.

Nehmen wir einmal an, Sie hätten eine schwere, unheilbare Erkrankung. Natürlich gehören Sie zum Kreis der begünstigten Behinderten und natürlich sind Sie auch „stolzer“ Besitzer eines amtlichen Behindertenausweises. Also trifft das oben zitierte Gleichstellungsgesetz der Bundesverfassung auf Sie zu. Rein theoretisch. In der täglichen Praxis wiederum erfahren Sie eine sich wiederholende Ignoranz.

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Hurra, ich habe das Merkzeichen “aG”

er folgende Beitrag ist ein Gastbeitrag von Erika Knobloch.

Ich hätte nie gedacht, dass ich mich über einen Behindertengrad derartig freuen kann. Schließlich bedeutet das: man ist ganz schön kaputt. Ich habe ja schon 100 ° der Behinderung und die Merkzeichen “G” und “B”. Nun habe ich auch das “aG”.

Aber, ich habe mich gefreut. Es ist das beste Geschenk zu meinem 70. Geburtstag. Das bedeutet einen Anspruch auf die von mir dringend benötigte Parkerleichterung. Lang genug hat das ja gedauert. Seit der ersten abgelehnten Antragstellung im Jahre 1999 sind das immerhin 12 Jahre.

Es ist mühselig aufzuzählen, was ich alles versucht habe, um diese Genehmigung zu bekommen. Ich muss mit meinem PKW so parken können, dass es in der Nähe meines Zielortes ist, ich bequem aussteigen kann und nicht zugeparkt werde. Das heißt, ich brauchte den Anspruch auf die blaue europäische Parkerleichterung. Der orangefarbene Ausweis berechtigt dazu nicht. Leider wurde ich in den vergangenen Jahren ca. 30 x zugeparkt, was für mich stets ein Riesenproblem darstellte.

Bloß gut, dass es auch so viele schlanke und hilfsbereite Leute gibt, die mir mein Auto “rausgeparkt” haben, sonst stünde ich noch heute dort. Man hat ja ohne das Merkzeichen “aG” keine Parkerleichterung und damit auch keinen Aufkleber des blauen Rollstuhl-Symbols, um eine solche Behinderung sichtbar zu machen. Woher will ein PKW-Fahrer wissen, dass ich meine Autotür weit aufmachen muss, um ein- und aussteigen zu können.

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